Motorradfreunde Lanzingen
Motorradfreunde Lanzingen

Motorradtour zwischen den Meeren

Motorrad-Tour durch die Pyrenäen vom Mittelmeer zum
Atlantik und wieder zurück

Wie so häufig bei Reisen, bedarf es einen Anstoß, warum es gerade diese Region, Land oder Reiseroute ist, von der man sich angezogen und inspiriert fühlt.
Bei mir war der Reisebericht aus der Zeitschrift MOTORRAD, mit dem Titel "Zwischen den Meeren", der mich bewog, mich näher mit den Pyrenäen, seiner Geschichte, den Bewohnern und den dazugehörigen Ländern zu befassen.
Als erstes habe ich mir entsprechendes Kartenmaterial besorgt. Es sollte schon eine Straßenkarte 1:250 000 sein, die möglichst alle Fahrwege und Ortschaften beinhaltet. Denn man muss wissen, die Pyrenäen sind weiß Gott nicht stark besiedelt und haben nur wenige größere Städte und Ortschaften.
Nachdem ich also meine Zielregion näher betrachtet hatte, besorgte ich mir entsprechende Reiseinformationen. Besonders empfehlenswert finde ich das Buch von Michael Schuh "Pyrenäen" aus dem KNOW-HOW Verlag.
Jetzt ging es an die Reiseroute. Von Anfang an war klar, dass wir die Fahrstrecke in entsprechende "Häppchen" aufteilen wollten, um uns neben dem Fahrspaß auch für Kultur, Geschichte und Landschaft der Pyrenäen zu begeistern.
Unsere Tour sollte in Narbonne beginnen und durch den französischen Teil der Pyrenäen bis nach St.-Jean-de-Luz am Atlantischen Ozean gehen. Von hier aus planten wir eine Route über Pamplona/Irunea und den spanischen Teil der Pyrenäen bis nach Llanca am Mittelmeer. Die Gesamtfahrstrecke würde dann ca. 2.200 Km lang sein.

1.Tourentag

Als Einstieg in unsere Pyrenäen-Tour haben wir uns die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne als Reiseziel vorgenommen. Die Stadt liegt ca. 80 Km westlich von Narbonne und wurde von den Römern im 1.Jahrhundert v. Chr. gegründet und zählt zu den am besten erhaltenen Festungsstädten Europas. Leider ist die City innerhalb der Mauern ein einziges Touristenzentrum.

2. Tourentag

Heute gehts endlich in die Pyrenäen. Wir haben uns das kleine Bergdorf Vernet-les-Bains als Tagesziel vorgenommen. Man sagt, dieser Ort hätte 300 Sonnentage im Jahr, das wollten wir unbedingt überprüfen. Von Carcassonne aus ging es nach Süden über die D118 durch die Region Aude Languedoc.

Wenn man von Prades auf der N 116 in Richtung Andorra fährt, kommt man an dem traumhaften Städtchen Villefranche-de-Conflent vorbei. Der mit dicken Mauern umgebene Ort hat sich seit dem 17. Jahrhundert nicht verändert. Oberhalb der Stadt sieht man die Festung Fort Liberia. Ein unterirdischer Gang führt über 1.000 Stufen zu dem trutzigen Bauwerk.

3. Tourentag

Heute wollen wir ins Steuerparadies Andorra. Wir wollen ein kleines Hotel in einem Seitental bei Andorra de Vella anfahren, das von einem Niederländer geführt wird. Erst eimal ging es weiter nach Westen über die N 116 und N 260. Der nächste Pass, der Col de la Perche wurde in Angriff genommen. Rund um den Puig Carlit (2.921 m) befindet sich das Skigebiet Pyrenees 2000.

4. Tourentag

Nach dem "Badeabend" in der heißen Therme ging es am 4. Tag wieder hinauf in die Berge. Wir haben uns für heute eine längere Tour vorgenommen und wollen am Nachmittag in Bagneres-de-Luchon, einem weiteren Thermalbad in den Pyrenäen ankommen. Zum Einstieg haben wir uns eine nur ca. 2 m breite Straße - die Route des Corniches - ausgesucht. Kurz hinter Ax-les-Thermes geht es in engen Serpentinen hinauf zum Col du Chioula (1.431 m).

5. Tourentag

Nach vier Tagen auf dem Motorradsattel haben wir uns so gut
eingesessen, dass wir uns zutrauten, in einem Stück bis nach St.-Jean-de-Luz durchzufahren, immerhin so an die 280 Km durchs Gebirge. Das Wetter war am Morgen zwar trübe aber trocken und so meisterten wir schon am frühen Morgen auf der D 618 den Col de Peyresourde mit 1.565 m und auf der D 918 den Col de Aspin mit 1.489 m.

 

6. Tourentag

Also machten wir am nächsten Morgen noch ein paar Bilder vom Strand und setzten uns wieder aufs Motorrad und ab in Richtung Pamplona. Von St.-Jean-de-Luz ging es über die D918 direkt wieder hoch in die Pyrenäen und über die D406 nach Bera (Alleenstraße) und weiter über die N121A Richtung Pamplona/Irunea.

8. Tourentag

Am Montag, den 8. September setzten wir unsere Motorradtour fort. Wir nahmen die N 240 in Richtung Osten, machten Halt in Sangüesa an der NA 127 und in Javier. Diese beiden Ortschaften haben eine beträchtliche Geschichte. Sangüesa, am Fluss Aragon, war ehemals Sitz der Könige von Navarra
und besticht mit einigen überaus schönen historischen Bauwerken. Auch in Sangüesa laufen bei der Fiesta Mitte September die Stiere durch die Straßen. Leider erst am Abend, so dass wir das Schauspiel nicht sehen konnten.

 

9. Tourentag

Von Torla aus planten wir weiterhin die N 260 durch den südlichen Teil der Pyrenäen zu fahren, und zwar über Ainsa, am Zusammenfluss von Rio Ara und Rio Cinca, vorbei am Mediano-Stausee, dem Puerto de Forada-Pass (1.020 m), dem Col de Fadas (1.470 m), dem Col de Espina (1.407 m),
Col de Creu de Perves (1.350 m), Col de Canto (1.725 m) bis nach La Seu d'Urgell, immerhin rund 280 Km.

 

10. Tourentag

Für heute haben wir uns vorgenommen, wieder die Mittelmeerküste zu erreichen. Llanca ist unser Ziel, ein kleiner Fischereihafen nordöstlich von Figueres.
Als Fahrstrecke haben wir uns für L 401, BV 4241, C 26 und wieder die N260 entschieden. Gesamtstrecke etwa 270 Km.

In Llanca, an der spanischen Cote Vermeille haben wieder zwei Tage ausgespannt und die herrliche Sonne, das Meer und nicht zu vergessen, das Essen genossen!

 

11. Tourentag

Heute sollte es wieder zurück nach Frankreich gehen. Schon von zu Hause aus hatten wir uns ein Hotel in Ortaffa (Empfehlung von Michael Schuh, dem Autor des Buches Pyrenäen), einem Örtchen zwischen Perpignon und
Argeles-sur-Mer, ausgesucht und gebucht.
Doch was erwartete uns - ein Märchenschloss der Brüder Grimm, in einem überwucherten Park gelegen, von Sträuchern und Bäumen verdeckt, dieses verwunschene Schloss eh... Hotel.

 

An der Cote Vermeille gibt es im Süden - nahe der spanischen Grenze - den wohl schönsten Küstenabschnitt. Hier versinken mit den Albères die letzten Ausläufer der Pyrenäen im Meer.
Das romantische Collioure ist einfach liebenswert. Das Chateau Royal, im 13. und 14. Jahrhundert Sommersitz der Könige von Mallorca, erhebt sich schützend über die Altstadt.

Am 18. September ging es über die Küstenstraßen D81, D90 und N9 zurück nach Narbonne.

Gut gesichert und vertäuft geht es mit dem Autoreisezug zurück nach Neu-Isenburg.  Wir haben eine wunderschöne Pyrenäentour hinter uns gebracht.  Wir haben auch wirklich das gesehen und erlebt - und auch  darüber hinaus - was wir uns vorgenommen und erträumt haben.
Diese  Tour über 2.300 Km hat uns beiden Spaß gemacht. Vielleicht gibt es den  Einen oder anderen, der diesen Bericht liest und die Bilder sieht, der jetzt ebenfalls Lust auf die Pyrenäen bekommt.

Tour de France 2006

Mit Klaus und Steffen durch die Seealpen

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